Kompetenz Verlag

Luise Wittmann "Das zukünftige Leben der Seele"

Großmutter einer Anwesenden.


Ich habe soviel Glück im Leben gehabt und es geht mir auch nun nach meinem Tode sehr gut. Ich würde auch gerne die Beziehungen wieder aufnehmen, die gar nicht verloren gegangen sind, sondern die vielleicht nur nicht empfunden werden. Man ist ja eine Weile auf der Welt und dann ist man eine Weile woanders und eine Weile versucht man, wieder ein neues Leben zu bekommen, ich weiß nicht so recht, wie ich es ausdrücken soll, wenn man hinüberkommt, dann ist irgendwie alles da. Vielleicht hängt es davon ab, wie man war, so kommt es mir wenigstens vor. Ich glaube, daß sich die Gestirne melden, wenn man stirbt. Hast du davon schon einmal etwas gehört?


Eine Person aus dem Kreis und das Geistwesen führen ein Zwiegespräch, nachdem diese Anwesende gefragt hatte, wer das Wesen sei, das da zu ihnen spreche, das zur Antwort gibt: «Ja. Ich habe dich schon als ganz ganz kleines Kind gekannt! Und jetzt wollte ich deinen Wunsch erfüllen und kommen.»


Frage: «Wie geht es dir?»


«Sehr gut geht es mir.»


Erwiderung: «Bist du ganz weg von der Erde?»


«Doch, ja.»


Frage: «Zieht dich die Erde nie an?»


«Du und dein Wunsch, daß ich kommen soll, haben mich angezogen. Na ja, ich bin recht glücklich. Und vor allen Dingen bin ich glücklich über dich. Und ich möchte dir sagen, daß deine Planeten günstig stehen, sehr günstig.»


Frage: «Wofür? Für etwas Bestimmtes?»


«Ja, es hängt also nicht damit zusammen, was du jetzt unternehmen willst. Du erhofftest dir doch gerade in diesem Augenblick, daß ich etwas darüber sagen könnte oder würde, ich spreche aber über eine größere Zeitspanne, die ich dir so schildern könnte. Die Planeten sind in ihren gegenseitigen Stellungen, die sie einnehmen, so auf dich abgestimmt, daß du schon eine riesengroße Torheit begehen müßtest, damit etwas Ungünstiges auf dich zukäme. Das kann auch ohne weiteres im Zusammenhang mit deinem baldigen Vorhaben so gesagt werden. Aber ich wollte dir etwas anderes mitteilen, und zwar, weißt du, ich glaube, ich will mich nicht so hart ausdrücken, aber es steht wohl eine Sintflut bevor. Aber bitte erschrick jetzt nicht! Das Ansteigen der Wassermassen wird einfach andauern. Ich weiß nicht, ob du mich verstehst. Das hat dann zur Folge, daß sich die Erdoberfläche verkleinern wird, bezüglich der Landstriche, und dieses wiederum hat zur Folge, daß man gewisse Landstriche, die völlig unterbevölkert sind, neu erschließen und neu bearbeiten wird müssen, woraus die Tatsache resultiert, daß erneut unberührte Gebiete, sozusagen nicht das, was ohnehin schon schuldbeladen ist, sich für den Menschen auftun werden und man dort also ein Leben aufnehmen wird, das frei ist. Derjenige, dem die Möglichkeit gegeben wird, sich dort zu entwickeln, wird sich in Freiheit ohne Verfolgung entfalten können.»


Frage: «Und wo glaubst du, könnte das sein?»


«Das darf ich nicht sagen.»


Frage: «Doch nicht auf dem Kontinent?»


«Nein, dann würdest du die Stelle sofort wissen. Jetzt weißt du, daß von dort aus die Erneuerung geschehen kann, wo sich das Leben völlig umgruppieren, völlig in eine schuldlose Ära hinübergehen wird. Verstehst du das? Es reicht nämlich nicht aus, daß nur von oben etwas herabtaucht und alles weg ist, sondern auch von unten herauf muß der neue Saatkeimling, egal wofür, verstehst du, auch für den Menschenleib, unbelastet sein.»


Frage: «Ja, soll ich das suchen?»


«Nein, du brauchst es nicht suchen, eines Tages wirst du wissen, daß du auf diesem Boden stehst. Es ist schön, daß ich heute kommen konnte.»


Frage: «Kann ich für dich etwas tun? Ist irgend etwas unerledigt hier auf der Welt?»


«Nein, nein.»


Frage: «Kannst du mir erzählen, was du jetzt machst?»


«Ja, wenn es dich wirklich interessiert! Soll ich es dir wirklich sagen?» Antwort: «Ja.»


«Jetzt wirst du denken, das ist doch nicht möglich, daß man drüben so viel arbeitet. Nein. Ich helfe da mit, verstehst du. Ich habe sehr viele Wasserelemente unter mir und schaffe sie dorthin, wo sie überdecken müssen. Es ist eine große und auch eine schwierige Aufgabe, denn überall gibt es Leben, und zuzusehen, wie es untergeht, ist auch im drüberen Bereich oft hart. Jetzt weißt du, was ich mache. Schau, ich hab dich sehr lieb!»


Erwiderung: «Ich dich auch.»


«Du, freu dich deines Lebens, das wollt ich dir immer irgendwie lehren.»


Entgegnung: «Das hast du auch.»


«Leb wohl!»


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